Wie sicher wirkt eine Rede, bevor das erste Wort gesprochen ist? Beim Clubabend der Kölner Sprechbar am 26. August 2026 stand die nonverbale Kommunikation im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Tatort Körpersprache: Die Indizien der Unsicherheit“ untersuchten die Teilnehmenden, wie Körperhaltung, Blickkontakt und Gestik die rhetorische Wirkung bestimmen.
Körpersprache spricht vom ersten Moment an
Ein sicherer Stand, ein offener Blick und eine bewusste Gestik können eine Botschaft unterstützen. Unruhe, ein ausweichender Blick oder eine verschlossene Haltung senden dagegen eigene Signale – manchmal noch bevor das Publikum den Inhalt einer Rede erfasst hat.
Der Clubabend zeigte, dass Körpersprache kein aufgesetztes Schauspiel sein muss. Entscheidend ist vielmehr, die eigene Wirkung wahrzunehmen und Bewegungen gezielt einzusetzen. Gerade unter Beobachtung hilft eine stabile Haltung dabei, ruhig zu bleiben und die Aufmerksamkeit auf die eigene Botschaft zu lenken.
Mit zehn Mitgliedern und vier Gästen war der Abend gut besucht. Die Gäste beteiligten sich neugierig und mutig am Programm und sammelten eigene Erfahrungen auf der Bühne.
Vorbereitete und spontane Reden
Dominic überzeugte mit einer starken vorbereiteten Rede, in der Inhalt und Körpersprache wirkungsvoll zusammenspielten. Dafür erhielt er die Auszeichnung für die beste vorbereitete Rede.
Auch bei den Stegreifreden kam es darauf an, ohne lange Vorbereitung Präsenz zu zeigen. Gästin Ute meisterte diese Herausforderung besonders souverän und gewann die Auszeichnung für die beste Stegreifrede. Ihr Auftritt zeigte, dass spontanes Sprechen nicht nur von schnellen Gedanken lebt, sondern ebenso von Haltung, Blickkontakt und einer klaren Ansprache.
Präzises und wertschätzendes Feedback
Birgit erhielt die Auszeichnung für die beste Bewertungsrede. Ihr Feedback war konkret, konstruktiv und wertschätzend. Gerade beim Thema Körpersprache ist eine genaue Rückmeldung besonders hilfreich: Viele Bewegungen und Gewohnheiten nehmen Rednerinnen und Redner selbst kaum wahr.
Bei Toastmasters dient eine Bewertung deshalb nicht dazu, Menschen zu beurteilen. Sie macht sichtbar, was bereits gut wirkt und welche kleinen Veränderungen einen nächsten Auftritt noch klarer und überzeugender machen können.
Haltung als Wort des Abends
Das Wort des Abends lautete passend „Haltung“. Ann-Sophie brachte es ein, und René griff es im weiteren Verlauf immer wieder auf. Dabei wurde deutlich, dass Haltung sowohl körperlich als auch innerlich verstanden werden kann: als sicherer Stand auf der Bühne und als bewusster Umgang mit dem Publikum.
René führte als Toastmaster des Abends durch das Programm und erhielt den Hammer des Abends. Der Clubabend verband auf diese Weise Aufmerksamkeit, Austausch und praktisches Lernen – mit vielen sichtbaren Indizien dafür, wie stark nonverbale Kommunikation eine Rede prägt.
Wer Körpersprache, Rhetorik und freies Sprechen selbst ausprobieren möchte, ist bei den Clubabenden der Kölner Sprechbar als Gast herzlich willkommen.
